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Studie: Bewegungsdaten-Austausch und Kundenportale häufigste IT-Tools für Kollaboration in der Supply Chain

Stuttgart, 28. Oktober 2015 – Großunternehmen nutzen IT-Plattformen häufiger als kleine Firmen / Social Media wird nur selten zur Kollaboration genutzt / Geringe Bereitschaft zur einseitigen Anpassung von Systemen an den Kollaborationspartner

Wenn Unternehmen in der Supply Chain eng mit anderen zusammenarbeiten, stützen sie sich dabei mehrheitlich auf IT: Sechs von zehn Unternehmen (58,5 %), die auf Kollaboration in der Lieferkette setzen, nutzen dafür IT-Plattformen. Das zeigt die Studie „Global Trade Management Agenda 2016 – Kollaboration in der Supply Chain“ von AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart. Befragt wurden Vertreter von mehr als 200 Unternehmen. Vor allem große Firmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern erweisen sich als IT-affin: 80 % von ihnen setzen auf IT-Plattformen – unter den Betrieben mit bis zu 200 Mitarbeitern tun dies nur 47,9 %.

Kollaboration in der Lieferkette gewinnt laut einer deutlichen Mehrheit der Befragten generell an Bedeutung (91,7 %). „Die Aussagen der Studienteilnehmer lassen erwarten, dass die Zahl der IT-gestützten Kollaborationsprojekte in den nächsten Monaten spürbar zunimmt“, sagt Dr. Ulrich Lison, Co-Autor der Studie und Mitglied der AEB-Geschäftsleitung. „Ausschlaggebend dafür dürften die weitestgehend positiven Praxiserfahrungen mit Supply Chain Collaboration sein. Die Unternehmen profitieren vor allem von geringeren Transportkosten und höheren Tempo.“  

IT-Tools weitestgehend bekannt
Die Studienteilnehmer verstehen unter Kollaboration in der Lieferkette zum großen Teil weit mehr als die bloße Zusammenarbeit zwischen Unternehmen (90,5 %). „Nach unserer Definition umfasst Kollaboration die gemeinsame und unternehmensübergreifende Optimierung von Prozessen“, sagt Professor Dirk Hartel, Studiengangsleiter für BWL-Dienstleistungsmanagement an der DHBW und ebenfalls Co-Autor der Studie. „In den Unternehmen ist zu diesem Zweck eine ganze Reihe von Methoden und Werkzeugen weithin bekannt – genutzt werden viele davon derzeit allerdings in deutlich geringerem Maße.“ IT-Plattformen etwa kennen 87,2 % der Befragten, nur 58,5 % nutzen sie. Weitaus deutlicher fällt die Differenz für Social-Media-Werkzeuge zur Kollaboration aus: Drei Vierteln (76,2 %) sind diese bekannt, nur jeder Vierte setzt sie ein. Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten setzen alle genannten IT-Werkzeuge häufiger ein als kleinere Firmen. Am deutlichsten ist der Unterschied beim Ausschreibungsmanagement. Von den Großunternehmen arbeiten demnach 68,9 % mit dieser Methode, von den Betrieben mit bis zu 200 Mitarbeitern hingegen nur 22,9 %.  

Zwei Drittel der Firmen tauschen zur Kollaboration Bewegungsdaten aus
Bei der Gegenüberstellung unterschiedlicher IT-Plattformen und -Funktionen ist laut der Studie der Austausch von Bewegungsdaten das am häufigsten genutzte Mittel für eine engere Vernetzung in der Supply Chain.Zwei Drittel der Befragten teilen diese Informationen mit Partnern (67,4 %). Lieferanten- und Kundenportale werden ebenfalls häufig genutzt (62 bzw. 61,5 %). Stammdaten- und Ausschreibungsmanagement hingegen setzt nur etwas mehr als jeder Dritte zur Kollaboration ein (37,4 %).  

Gegenseitige Annäherung beim Zusammenprall zweier Systemwelten
Nicht selten treffen bei Kollaborationsvorhaben zwei Unternehmen mit unterschiedlichen IT-Systemen aufeinander. „Trotz allem Willen zur engen Zusammenarbeit lässt die Studie für diese Fälle wenig Bereitschaft erkennen, sich einseitig auf den Partner einzustellen“, sagt Dr. Ulrich Lison. Nur 14,7 % der Befragten passen ihre Systeme an die des Gegenübers an. Jeder Fünfte versucht, sein System durchzusetzen (20,1 %). Mehrheitlich setzen Unternehmen auf symmetrische Strategien: Sie nutzen Meta-Plattformen (27,2 %) oder einigen sich auf Standards (38 %).  

Über die Kollaborations-Studie
Die Studie „Global Trade Management Agenda 2016 – Kollaboration in der Supply Chain“ basiert auf einer branchenübergreifenden Umfrage unter 264 Experten aus dem Umfeld Logistik, Außenwirtschaft und Supply Chain Management. Die Teilnehmer arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Ländern, davon fast zwei Drittel aus Deutschland. Drei Viertel der Befragten (77,5 %) sind Entscheider (Unternehmens-, Abteilungs- oder Team- bzw. Projektleitung).  

Über AEB (www.aeb.com/de)
Seit mehr als 35 Jahren ist das Stuttgarter Softwareunternehmen AEB erfolgreich am Markt. Mit ihrer Logistik- und Außenwirtschaftssuite ermöglicht AEB Unternehmen aus Industrie und Handel sowie Logistikdienstleistern eine durchgängige „end-to-end“ IT-Unterstützung ihrer Supply-Chain-Prozesse. ASSIST4 unterstützt den Wareneingang, das Kommissionieren und Verpacken, die Transport- und Zollabwicklung sowie das Frachtkostenmanagement. Zudem versetzt ASSIST4 Firmen in die Lage, aktives Supply Chain Event Management zu betreiben und Transporte bis zum Endkunden zu überwachen und zu steuern.
AEB ist ein internationales Unternehmen mit über 5.000 Kunden in Europa, Asien und Amerika. AEB hat ihren Stammsitz in Stuttgart, Geschäftsstellen in Soest, Hamburg, Düsseldorf und München sowie Entwicklungszentren in Lübeck und Mainz. International vertreten ist AEB in Großbritannien, Singapur, in der Schweiz, in Österreich, Schweden, in den Niederlanden, in Tschechien, Frankreich und in den USA.    

Über DHBW Stuttgart (www.dhbw-stuttgart.de)
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist die erste und einzige staatliche praxisintegrierende Hochschule in Deutschland. Mit ca. 34.000 Studierenden ist sie mittlerweile die größte Hochschule des Landes. Sie wurde am 1. März 2009 gegründet und führt das seit über 40 Jahren erfolgreiche duale Modell der früheren Berufsakademie Baden-Württemberg fort. Bundesweit einzigartig ist die am US-amerikanischen State University-System orientierte Organisationsstruktur der DHBW mit zentraler und dezentraler Ebene. An ihren neun Standorten und drei Campus bietet die DHBW in Kooperation mit über 9.000 ausgewählten Unternehmen und sozialen Einrichtungen eine Vielzahl von national und international akkreditierten Bachelorstudiengängen. Der Standort in Stuttgart ist der größte und verzeichnet rund 8.400 Studierende in Bachelorstudiengängen. In Kooperation mit  ausgewählten Unternehmen und sozialen Einrichtungen - den Dualen Partnern - bieten die Fakultäten Wirtschaft, Technik und Sozialwesen mehr als 40 national und international anerkannte Bachelor-Studienrichtungen an. Zentrales Merkmal ist der regelmäßige Wechsel zwischen den Theoriephasen an der Hochschule und den berufspraktischen Phasen beim ausbildenden Dualen Partner. Mit dualen Masterprogrammen in allen Fakultäten ermöglicht die DHBW Stuttgart seit Herbst 2011 eine berufsintegrierte Weiterentwicklung auch über den Bachelorabschluss hinaus.