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Bewusste Kommunikation in der Flüchtlingshilfe

Am vergangenen Samstag lud das ZIK (Zentrum für interkulturelle Kompetenz) der DHBW Stuttgart zu einem Workshop ein, der die Teilnehmer/innen auf die interkulturelle soziale Arbeit mit Flüchtlingen vorbereiten sollte.

Gemeinsam mit der Trainerin Astrid Raabe von der Universität Vechta gestaltete Doris Kupferschmidt, Leiterin des ZIK, den ganztägigen Workshop mit vielen Übungen und praxisnahen Beispielen in Bezug auf verbale und nonverbale Kommunikation. Da ein hoher Anteil der derzeitig in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien kommen, ging Raabe bei ihren Erläuterungen auch auf landeskundliche Aspekte und die dort vorherrschenden Bräuche und Verhaltensweisen ein.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer staunten nicht schlecht über ihr „Unwissen“ hinsichtlich der Herkunftsländer der Flüchtlinge. Wer hätte gedacht, dass selbst die Jahreszahl eine andere ist oder dass häufig ganz anders kommuniziert wird. So ist es beispielsweise in vielen Ländern üblich, eine erste Einladung, sich am Tisch zu bedienen, höflich abzulehnen und sich erst nach wiederholtem Drängen Getränke oder Mahlzeiten servieren zu lassen. Anhand von Rollenspielen mit tabubrechenden Fragen (z.B. über Gehalt, Sexualität oder Religion) erlebten die Teilnehmenden am eigenen Leib, wie die „falschen“ Fragen einen in die Enge treiben oder in eine unangenehme Situation bringen können.

Die Erwartungen der Studierenden im Vorfeld der Veranstaltung, wie z.B. neue Ansichten zu gewinnen, mehr Verständnis für die Situation und Empfindungen der Flüchtlinge aufbringen zu können oder sich optimal für die Praxisphase des Studiums vorzubereiten, wurden erfüllt und übertroffen. Insbesondere die authentischen Berichte von Raabe, die Islamwissenschaft, Ethnologie und Allgemeine Sprachwissenschaft studiert hat, mehrere Jahre in Afghanistan und im Jemen gelebt und gearbeitet hat und heute auch in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich aktiv ist, begeisterte die Studierenden.

Teilnehmer des Workshops "Bewußte Kommunikation in der Flüchtlingehilfe"