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Ringvorlesung „Wie isst die Welt?“ gestartet

Borschtsch oder Pelmeni? Die wenigsten Studierenden hatten von diesen russischen Gerichten vor der Auftaktveranstaltung der neuen Ringvorlesung „Wie isst die Welt?“ an der DHBW Stuttgart gehört.

Ilona Ruckhaber, Studentin des 6. Semesters an der Fakultät Sozialwesen und ihre Mutter Natalija stammen von der Halbinsel Krim und leben seit 2001 in Deutschland. Am Beispiel typischer regionaler Gerichte wie Borschtsch, einer Fleisch-Gemüsesuppe mit Roter Bete oder Pelmeni, kleinen gefüllten Teigtaschen, konnten die Teilnehmenden erleben, dass Essen eine Form von Kultur und nationaler Identität widerspiegelt. Auch die Sozialwissenschaft beschäftigt sich zunehmend mit der Bedeutung des gemeinsamen Kochens und Essens für die Stärkung pädagogischer und interkultureller Kompetenz.

Unter Anleitung von Frau Ruckhaber bereiteten die Studierenden die Pelmeni selbst zu und tauschten sich beim gemeinsamen Essen über Entstehung und verschiedene Variationen dieser regionalen Gerichte aus. Zudem wurde erörtert, welche ressourcenstärkenden Faktoren beim Kochen mit der Familie, mit Kindern, älteren Menschen, Obdachlosen oder Straffälligen entstehen. Auf die Frage, welche gesundheitliche Bedeutung Essen für die Ukrainer und Russen habe, antwortete Ruckhaber lachend: „Es muss schmecken und stark machen!“. Gerade im bäuerlichen Russland war dies aufgrund der schweren körperlichen Arbeit und wegen der häufig sehr großen Kälte ein wichtiges Kriterium. Dieser Tradition folgend wird auch heute noch gerne gehaltvoll gekocht.

Die Ringvorlesung „Wie isst die Welt?“ wurde von Doris Kupferschmidt, Leiterin des Zentrums für interkulturelle Kompetenzen (ZIK), und Prof. Dr. med. Eva Hungerland, Professorin für Sozialmedizin und Gesundheitswissenschaft, anlässlich des 10-jährigen ZIK-Jubiläums initiiert. Die weiteren Termine werden nach und nach bekannt gegeben. Die nächste Ringvorlesung findet am 11.06.2018 mit einem interkulturellen Abendessen in der Rotebühlstr. 131 statt.
Eine Anmeldung ist über den ZIK-Veranstaltungskalender möglich.

Natalija Ruckhaber (links) und Tochter Ilona