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DHBW Stuttgart startet Kooperation mit Freiwilligenprojekt in Südafrika

Stuttgart, 26. Oktober 2017 – Ausgewählte Studierende der Fakultät Sozialwesen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart unterstützen seit Anfang Oktober das „Paternoster Volunteer Project“ in Südafrika. Das Projekt wurde vor einem Jahr von der Stiftung „Kinder fördern – Zukunft stiften“ ins Leben gerufen.

Paternoster ist ein verschlafenes Fischerdorf an der Westküste Südafrikas, in dem die Menschen seit Generationen von der Fischerei leben. Die Fangquoten sind jedoch stark rückläufig und können der nachkommenden Generation kein sicheres Einkommen mehr bieten. Hier setzt das „Paternoster Volunteer Project“ der Stiftung „Kinder fördern – Zukunft stiften“ an: Es möchte den Kindern von Paternoster alternative Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Leben aufzeigen, Entwicklungschancen bieten und eine Grundlage schaffen, die es ihnen ermöglicht, auch in Zukunft in ihrer Heimat zu leben und zu arbeiten. Fachkundige Unterstützung erhält die Stiftung seit Anfang Oktober 2017 von den angehenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der DHBW Stuttgart. In regelmäßigen dreimonatigen Praktika arbeiten die Studierenden im Projekt mit.

Die Studierenden der DHBW Stuttgart bringen Praxiswissen aus unterschiedlichen Bereichen mit. An der DHBW Stuttgart sind sie im interdisziplinären Studiengang Soziale Arbeit eingeschrieben. Alle drei Monate wechseln Sie von der Hochschule in die Praxisphase bei einer sozialen Einrichtung und arbeiten dort z.B. in der Familienhilfe, der Elementarpädagogik, der Kinder- und Jugendarbeit, dem Gesundheitswesen oder der Justiz. Die Praxisphase im dritten Semester wird traditionell bei einer anderen Einsatzstelle verbracht - z.B. in Südafrika im „Paternoster Volunteer Project“.

Mit ihrem Fachwissen unterstützen die Stuttgarter Studierenden die Kinder in Paternoster dabei, Fertigkeiten zu erlangen, die ihnen ein selbstständiges Leben ohne die Fischerei ermöglichen. Viele Kinder in Paternoster leiden unter Verhaltensauffälligkeiten, einer Leseschwäche oder einer Lernbehinderung. Zu den Hauptaufgaben der Studierenden gehören daher die Unterstützung bei den Hausaufgaben und die Sprachförderung durch englischsprachiges Vorlesen. Zudem ist geplant, dass die Studierenden der DHBW Stuttgart das Nachmittagsprogramm für die Kinder der örtlichen Grundschule gestalten und ihnen altersgerechte Lebenskompetenzen vermitteln. Anstatt die Zeit auf der Straße zu verbringen, können die Kinder zukünftig an Sportangeboten teilnehmen, außerschulische Lernorte nutzen und gemeinsam ihren Lebensraum erkunden. Zu den geplanten Aktivitäten gehören z.B. Schwimmkurse, eine Schreibwerkstatt und die Konstruktion von Robotern. Daneben möchten die Studierenden auch Themen wie gewaltfreie Konfliktlösung, Kinderrechte, Südafrikanische Geschichte oder Umweltthemen behandeln, sich mit den Menschen vor Ort austauschen und von ihnen lernen.

Die Arbeit in Paternoster zieht bereits breite Aufmerksamkeit auf sich: Anfang Oktober besuchte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer gemeinsam mit ausgewählten Hochschulrektoren das Projekt, das sich bereits als „Best Practice Beispiel“ für innovative Bildungs- und Gemeinwesenarbeit etabliert hat.

Neben den Studierenden der DHBW Stuttgart unterstützen angehende Lehrerinnen und Lehrer von der PH Weingarten das Projekt durch die fachliche Mitgestaltung des Schulunterrichts. Zukünftig sollen auch Studierende aus Südafrika, etwa von der University of Education in Stellenbosch, mit den Kindern in Paternoster am Leseverständnis in ihrer Muttersprache Afrikaans arbeiten. Eine Absolventin der DHBW Stuttgart bleibt ein ganzes Jahr in Paternoster und übernimmt das Einlernen und die Betreuung der wechselnden Praktikantinnen und Praktikanten.