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Corona in Nepal: Gesundheitliche Ungleichheit und Armut

Auch die fünfte Ausgabe der Vorlesungsreihe „Meet-the-Expert“ lockte ein großes Publikum in den digitalen Vorlesungsraum: Fast 100 Teilnehmende hatten sich für die Veranstaltung angemeldet, bei der es um gesundheitliche Ungleichheit und Armut in Zeiten von Corona im Gespräch mit dem langjährigen Kooperationspartner ASHA in Nepal ging.

Im Rahmen der Vorlesung von Dozentin Rosa Geiger-Wahl zum Thema „Sozialepidemiologie und Gesundheitsförderung“ (Leitung Prof. Dr. med. Eva Hungerland) stellte Josef Erdrich zunächst das Land am Himalaja vor. Als Mitbegründer der ASHA Grundschule in Lalitpur, die seit 10 Jahren Kooperationspartner des ZIK (Zentrum für Interkulturelle Kompetenz) ist und bei der jedes Jahr Studierende der DHBW Stuttgart ein Praxissemester absolvieren, reist Erdrich regelmäßig nach Nepal und steht in engem Kontakt mit den Menschen vor Ort. Pandemiebedingt kann an der ASHA-Schule bis auf Weiteres kein Unterricht stattfinden. Stattdessen hilft der von Erdrich geleitete Förderverein nun bei der Versorgung der Familien von Schüler*innen, um zu vermeiden, dass die Familien in die Wohnungslosigkeit abrutschen und die Kinder auf der Straße leben müssen.

Dr. Roshana Shresta, die die Arbeit der ASHA Primary School vor Ort unterstützt, skizzierte das Gesundheitssystem Nepals und die Entwicklung der Pandemie seit März 2020. Dabei wurde deutlich, wie sich gesundheitliche Ungleichheit durch die Strukturen und Verhältnisse begründet. Fehlende Infrastruktur und schwer zugängliche Wege machen Krankentransporte zur Herausforderung und Kranke müssen nicht selten von Angehörigen über Tage hinweg zu einer Klinik getragen werden. Für die Versorgung von an Corona erkrankten Menschen fehlt es an entsprechenden Einrichtungen.

Besonders belastend sei die Regierung, die den Menschen kaum Unterstützung biete, sowie die Sorge der Menschen, dass sie ihre Familien nicht mehr versorgen können. Für die wenigsten ist es eine Option, zu Hause zu bleiben, wie es die Pandemie eigentlich erforderte, da sie als Tagelöhner ihr Brot verdienen müssen.

Shresta betonte abschließend, dass sie die Zusammenarbeit mit den Studierenden immer sehr geschätzt hat. Sie hoffe, diese bald wieder zum Praxissemester in Nepal begrüßen zu können. Die große Zahl ehemaliger Praktikant*innen, die im Plenum saßen, zeigte, wie verbunden die ehemaligen Studierenden mit dem ASHA-Projekt sind und wie prägend der Auslandsaufenthalt für sie war. „Danke für dieses tolle Format und diese wunderbare Veranstaltung, bei der ich Roshana und Josef wiedersehen und mich über die Situation in Nepal informieren konnte“, so Deborah Henschel am Ende der Veranstaltung. Sie hatte 2011 als Absolventin der DHBW den Kontakt zwischen dem ZIK und der ASHA-Schule hergestellt, bei der sie nach dem Bachelor in Sozialer Arbeit mehrere Monate als Freiwillige verbracht hatte.

ASHA Schule in Nepal unterstützt Familien der Schüler*innen in der Pandemie.