Was ist Facility Management und was macht ein Facility Manager?

Neubau Fakultät Technik

Facility Management ist eine Studienrichtung des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen. Allgemeingültige Informationen zu Studieninhalten und dem Studienverlauf sind auf den Detailseiten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen zu finden.

Facility Manager und Managerinnen organisieren die Bereitstellung, Bewirtschaftung und Optimierung von
allen erforderlichen Gebäuden, Flächen und Arbeitsplätzen unter funktionalen und monetären Gesichtspunkten.

Facility Management (FM) ist eine junge und dynamische Managementdisziplin mit großem Wachstumspotenzial und beachtlicher wirtschaftlicher Bedeutung.

Ungeachtet dessen, wissen viele jedoch nicht, was der Begriff Facility Management tatsächlich bedeutet und welche Leistungen die Branche erbringt. Daher wollen wir Licht ins Dunkel bringen: Vereinfacht gesagt vereint das Facility Management alle notwendigen Sekundärprozesse, die das Kerngeschäft eines Unternehmens unterstützen.

Aber - was bedeutet dies nun genau?

Beispiel Hochschule:

  • Das Kerngeschäft der Hochschule ist das Vermitteln von Wissen. Hierzu werden Vorlesungen, Übungen, Seminare usw. angeboten um eine erfolgreiche Lehre (den Kern- bzw. Primärprozess) zu gewährleisten.
  • Um dies möglich zu machen, sind jedoch noch sehr viele weitere sogenannte Sekundärprozesse notwendig wie bspw.

    • Verwaltung geeigneter Räume (inklusive Mobiliar und Medienausstattung) und deren effiziente Nutzung
    • Sicherstellung der Reinigung dieser Räume und Temperierung
    • Instandhaltungen am Gebäude und dessen technischen Anlagen
    • Gewährleistung der Sicherheit (z.B. Brandschutz etc.)
    • Essens- und Getränkeversorgung
    • Sicherheitsdienst
    • Kopierdienste

Genau hier kommt der/die Facility Manager/in ins Spiel, der/die sich um all diese notwendigen Unterstützungsprozesse kümmert und einen störungsfreien Betriebsablauf gewährleistet mit möglichst optimalen Produktions- und Arbeitsbedingungen.

Im Fokus dabei:

  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Werteerhalt von Immobilien, Anlagen und anderen infrastrukturellen Einrichtungen
  • Wirtschaftlichkeit in den Unternehmen und Organisationen

 

Als Facility Manager/in hält man Unternehmen und Organisationen den Rücken frei mit den Schwerpunkten auf Planung sowie Steuerung und Organisation der Prozesse.

Das bedeutet nicht, dass z.B. das Reinigen, Instandhalten oder Kochen selbst durchgeführt werden, sondern, dass die entsprechenden Prozesse initiiert und sichergestellt werden, durch z.B.

  • Ausschreibungen
  • Verträge mit Dienstleistern
  • Überprüfung deren Leistung

Das Leistungsspektrum ist demzufolge sehr breit gefächert und kann unter anderem Aufgaben aus folgenden Bereichen umfassen:

  • Objekt- und Vertragsmanagement
  • Projekt- und Prozessmanagement
  • Energie- und Flächenmanagement
  • Gebäude- und Anlageninstandhaltung
  • Ausschreibung, Vergabe und Controllings von Dienstleistungen oder des nachhaltigen Gebäudebetriebs

Vorneweg: Ein/e Facility Manager/in ist KEIN „(studierter) Hausmeister“! Nach Abschluss des Studiums ist man Manager/in und in seiner/ihrer Rolle vergleichbar mit dem Berufsbild eines zumeist strategisch agierenden Managers oder einer Managerin z.B. in der Automobilindustrie, im Handel oder der Finanzwirtschaft.

Der Fokus der Tätigkeiten liegt hierbei auf der Planung, Steuerung und Optimierung von Prozessen rund um die Immobilie (siehe auch Was ist FM? und Was macht man im FM?).

Das „Missverständnis“ mit dem „studierten Hausmeister“ rührt daher, dass auch Hausmeisterdienstleistungen tatsächlich einen wichtigen Bestandteil der Facility Management Branche darstellen. Der Hausmeister hat aber natürlich kein Management Studium abgeschlossen und ist somit auch kein Manager (auch wenn sich vereinzelte Hausmeister so bezeichnen), sondern Teil der operativen bzw. ausführenden Ebene des Facility Managements. Sprich – Nur, weil er Teil der Facility Management Branche ist, macht ihn das nicht zu einem Manager! Denn: nicht jeder, der bei einer Fluggesellschaft arbeitet ist ja auch Pilot oder Pilotin! Und umgekehrt: Nicht jeder der in der Automobilindustrie arbeitet, arbeitet am Band!

Spannende Betätigungsfelder:

Als Generalist/in im Facility Management lernt man sich täglich an der Schnittstelle zwischen ökonomischen, technischen, rechtlichen und zwischenmenschlichen Aufgabenbereichen zu bewegen und entsprechend komplexe Herausforderungen zu meistern. Das macht das Studium und die Arbeit ausgesprochen abwechslungsreich und spannend und lässt alle Optionen offen, um sich innerhalb eines Unternehmens fachlich zu verändern und weiterzuentwickeln. Erfahrungsberichte (Link) zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten.

Großartige Berufs- und Karrierechancen:

Die Nachfrage nach gut ausgebildetem Nachwuchs ist hoch und die Branche entwickelt sich seit Jahren prächtig. Die Chancen einen attraktiven Ausbildungspartner zu gewinnen stehen folglich gut. Zudem gilt die FM-Branche als recht krisenresistent, da Immobilien z.B. im Falle einer erneuten Finanz- und Wirtschaftskrise nicht einfach verschwinden und somit auch weiterhin professionell betrieben werden müssen.

Es gibt viele Gründe:

  • enger Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten
  • Mathematik Vorkurse für einen problemlosen Start ins Studium
  • Auslandssemester, um andere Kultur-, Sprach- und Studienerfahrungen kennenzulernen
  • Angebote von Summer- und Winterschools, um auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen
  • Exkursionen, um fachspezifische Inhalte zu vertiefen
  • alternativen Prüfungsformen in Form von Bietergesprächen, Präsentationen, Seminararbeiten, Projekten, Tutorials usw., da eine Klausur nicht immer die beste Prüfungsform sein muss
  • unser FM-Labor in dem das theoretische Wissen praktisch mit Hilfe modernster Geräte umgesetzt wird
  • Sonderveranstaltungen außerhalb der Hochschule wie z.B. das Kick-off zu Studienbeginn sowie das Unternehmensplanspiel im 3. Semester, denn auch ein bisschen Spaß muss sein
  • zahlreiche externe Dozenten/innen bzw. Experten/innen, die die aktuellsten Entwicklungen aus der Berufspraxis und Forschung in die Lehre tragen, um auch aktuellen Trends wie z.B. der Digitalisierung im FM gerecht zu werden
  • unser kostenloses, studiumbegleitendes Fremdsprachen-angebot.
  • Angebote zusätzlicher Qualifikationen in den Bereichen Qualitätsmanagement, Projektmanagement oder Nachhaltigkeit im FM
  • unsere hohe Qualität, die durch eine Zertifizierung der German Facility Management Association (GEFMA 610) bestätigt ist

FM-Studierende in den Pasing Arcaden

Studierende erleben das "Betreiben von Shoppingcentern"

Aktuelles WIW-Facility Management

DHBW Team gewinnt die EuroFM Students Competition 2020

Bild v.l.n.r.: Kristin Euchner, Diana Vidal, Sakithya Shanmugaratnam, Randi Kleist

Vier Studentinnen des Studiengangs „Wirtschaftsingenieurwesen – Facility Management“ gewannen am 25.06.2020 den studentischen Wettbewerb des europäischen Facility Management Netzwerks „EuroFM“. Mit ihrem Videobeitrag über das Thema „Biohacking“ überzeugten sie in einem mehrstufigen Auswahlprozess sowohl die Fachjury als auch das internationale Publikum.

Videobeitrag "Biohacking"

DHBW Team gewinnt die EuroFM Students Competition 2020

Studierende berichten von ihren Erfahrungen beim Studium WIW-Facility Management:

Brandschutzübung DHBW Stuttgart

Warum haben Sie sich für ein duales Studium mit dem Schwerpunkt FM entschieden?
Elena: „Dass ich dual studieren wollte, war mit schon relativ früh klar. Die üblichen Aspekte, die für ein duales Studium sprechen, wie z.B. der finanzielle Aspekt und die Verknüpfung von Theorie und Praxis, sind sicherlich allgemein bekannt. Was mich allerdings über die zwei Punkte hinaus interessiert hat, war der Schwerpunkt FM. Die Frage was FM genau ist oder was ein „FM-ler“ in der Praxis alles macht, konnte zu Beginn des Studiums nicht eindeutig beantwortet werden. Das ging denke ich sehr vielen aus dem Kurs so und machte das Thema jedoch nur noch spannender. Aus den Studieninhalten wurde sofort klar, dass das Studium sehr vielseitig und breit gefächert ist, sodass sicherlich für jeden etwas dabei ist. In Verbindung mit den Praxisphasen im Unternehmen, den zahlreichen Exkursionen in den Theoriephasen oder den vielen Teamarbeiten, war die Kombination aus Theorie und Praxis genau richtig. Durch die zunehmende Digitalisierung, die auch die FM Branche gravierend verändert, wird man ständig vor neue Herausforderungen gestellt und langweilig wird es garantiert nie.“

Steffen: „Mich hat die Immobilienbranche schon immer sehr interessiert, jedoch wollte ich keinen rein kaufmännischen Studiengang belegen. Nachdem ich mich mehr mit FM und dessen Aufgaben auseinandergesetzt habe, empfand ich die Themen für mich gut geeignet. Mir gefällt der Mix aus bautechnischen und immobilienwirtschaftlichen Themen in einer zukunftsorientierten Branche. Die Kooperation mit einem großen Unternehmen und die direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis waren für mich die Gründe, das Studium dual zu absolvieren.“

Wie empfinden Sie die Kurs Atmosphäre während den Theoriephasen?
Elena & Steffen: „Im Vergleich zu anderen Hochschulen, war unser Kurs eher klein. Dadurch ergaben sich einige Vorteile:

  • ein gutes und persönlichen Dozenten-Studierendenverhältnis
  • direkte Unterstützung durch Dozenten im Einzelfall
  • angenehme Grundgrößen bei Teamaufgaben
  • regelmäßiger Erfahrungsaustausch untereinander
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten
  • abwechslungsreiche Aktivitäten während der Theoriephase, wie z.B.
    Summer-School, Exkursionen oder Kick-Off Veranstaltungen“

Welche Vorlesungen haben Sie am meisten überzeugt?

Elena: „Mich persönlich hat die Vorlesung zum Thema Brandschutz überzeugt. Einige Berührungspunkte mit dem Themenfeld im Unternehmen weckten mein Interesse sehr schnell. Während den Theoriephasen wurde nicht nur die reine Theorie behandelt. Eine Exkursion bei der Feuerwehr, ermöglichte es uns, auch den ausführenden Brandschutz besser kennen zu lernen. Auch die Begehung und Analyse eines Bestandsgebäudes aus Brandschutzsicht, ließ uns die in der Theorie gelernten Grundlagen direkt in der Praxis anwenden. Dies war auch für die späteren Praxisphasen eine wertvolle und nützliche Erfahrung.“

Steffen: „Mir haben immer besonders die technischen Vorlesungen gefallen. Dabei würde ich Bau- und Gebäudetechnik als meine Lieblingsvorlesung bezeichnen. Hierbei erlangten wir fundamentiertes Wissen über den Aufbau und die Funktionsweise der technischen Anlagen einer Immobilie sowie über die Baukonstruktion.“

Was würden Sie zukünftigen Studierenden mit auf dem Weg geben?
Elena & Steffen: „Wir würden euch empfehlen, schon bereits während des Studiums ein möglichst großes Netzwerk aufzubauen und dies auch im späteren Berufsalltag zu pflegen. Des Weiteren solltet ihr die Chance nutzen, eure Dozenten während den Vorlesungen Löcher in den Bauch zu fragen, da diese über enorm wertvolle Praxiserfahrung verfügen. Unser dritter Punkt, den wir euch mit auf dem Weg geben wollen ist, regelmäßig etwas mit euren Kommilitonen zu unternehmen, um das Gruppengefühl für jegliche Zusammenarbeit auch über das Studium hinaus zu stärken.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der DHBW Stuttgart entschieden?
Da ich in einem ingenieurwissenschaftlichen Beruf arbeiten wollte, war ein Studium erforderlich. Um dabei auch berufliche Handlungs-kompetenz aufzubauen, ist für mich die Ausübung einer praktischen Tätigkeit unverzichtbar. Mit der DHBW konnte ich diese beiden Anforderungen verbinden und durch die Vernetzung von Theorie und Praxis eine solide Vorbereitung auf den beruflichen Alltag erlangen. Klar ist, dass lange Semesterferien während des dualen Studiums ein Traum bleiben und dass auch mal das ein oder andere Wochenende für Modulaufgaben entbehrt werden muss. Der Gedanke, während des Studiums durch eine Ausbildungsvergütung finanziell unabhängig zu sein und die Aussicht einen leichten Berufseinstieg zu finden, stärkt jedoch die Entscheidung für ein dualen Studiums. Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Facility Management in Form eines dualen Studiums war für mich besonders interessant, da durch die Vielseitigkeit der Unterrichtsinhalte und der wechselnden Theorie- und Praxisphasen viel Abwechslung geboten wird. Ebenso hat das duale Studium in der Berufswelt an Ansehen gewonnen und bietet häufig einen Vorteil gegenüber zukünftigen Mitbewerbern.

Wie gefällt Ihnen Ihr Studium an der DHBW Stuttgart?
Während den Theoriephasen profitiert unser Studiengang von den praxisnahen Erfahrungen der DozentInnen. GeschäftsführerInnen, Rechtsanwälte, Selbständige und MitarbeiterInnen aus kleinen und großen Unternehmen lehren nebenberuflich an der DHBW und vermitteln somit aktuelles Wissen aus Ihren Geschäftsbereichen. Besonders gut gefallen mir die Projekte während der Theoriephasen, bei denen ich neue technische Geräte ausprobieren kann, die in der Facility Management Branche Einsatz finden. Die Studiengangsleitung und die Lehrbeauftragten achten gut darauf, dass aktuelle Themen der Branche in die Vorlesungen einfließen, sodass ich am aktuellen Denken und Geschehen der Branche teilhaben kann. Somit begeistern mich auch Themen wie „Industrie 4.0“, „Digitalisierung“, „Big Data“ und „neue Technologien im Bereich der Gebäudetechnik“. Während der Praxisphasen bietet mir mein dualer Partner die Möglichkeit, durch eigene Projekte selbstständig zu arbeiten und gibt mir einen Einblick wie die theoretisch gelernten Geschäftsprozesse in der beruflichen Realität ablaufen. Auch durch die große Vielfalt der Ausbildungsbetriebe und die unterschiedlichen Erfahrungen meiner Kommilitonen sind die Lehrveranstaltungen besonders dynamisch und interessant.

Welche Tipps können Sie Studieninteressenten geben?
Wenn Unternehmen und DHBW nicht im gleichen Ort bzw. im Umkreis liegen, sollte man während der Theoriephasen das Angebot einer Unterkunft im Wohnheim in Anspruch nehmen oder die Wohnungsbörse für DHBW-Studierende auf Facebook nutzen. Außerdem empfehle ich eine Firma zu wählen, in der man verschiedene Abteilungen durchlaufen und somit möglichst viele interessante Einblicke in Berufsalltag sammeln kann.

Ansprechpersonen WIW-Facility Management