Während der Stadtführung durch das ehemalige jüdische Ghetto in Warschau zeigten sich die Studierenden beeindruckt vom sogenannten Umschlagplatz. Unzählige Menschen, darunter auch die Kinder des jüdischen Waisenhauses, Korczak und seine engste Mitarbeiterin, wurden von hier nach Treblinka transportiert, was den sicheren Tod bedeutete. Heute steht dort ein Mahnmal, das an diese Zeit erinnert und durch den Lärm der vorbeifahrenden Autos und die heutigen Wohnanlagen beinahe in Vergessenheit gerät.

Die Fahrt in das ehemalige Vernichtungslager Treblinka gehörte für die Gruppe sicherlich zu den intensivsten Eindrücken: Die Studierenden empfing in einem Kiefern- und Birkenwald ein Dokumentationszentrum, in dem an die Tötung der Menschen erinnert wird. Zu sehen sind auch die Überbleibsel von Habseligkeiten der Opfer im kleinen Museumsgebäude. Ein Meer aus Steinen, die für die unzähligen Toten des Lagers aufgestellt wurden, erinnert dort auch an den Humanisten Janusz Korczak.

Teil der Exkursion war auch ein Besuch im Polin-Museum, das mit einer faszinierenden und technisch hochaufwendigen Ausstellung durch die Geschichte der Juden und das Leben von Janusz Korczak Einblicke in eine jahrhundertelange Periode des Antisemitismus gab. Im Korczakianum, das im historisch erhaltenden Waisenhaus, das Korczak ab 1912 leitete untergebracht ist, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Exkursion Wissenswertes über dessen Leben und Wirken.

Die Reise bewegte alle Gruppenmitglieder zutiefst und eröffnete lebhafte Diskurse in den abendlichen Diskussionsrunden.

Die Exkursion wurde in Kooperation mit dem evangelischen Jugendwerk in Öhringen durchgeführt. Sie wurde von Daniel Febel, Mike Nienhaus, Sofia Kohler und Prof. Dr. Christiane Vetter, Studiengangsleiterin an der DHBW Stuttgart, organisiert und ermöglicht.