Ziel war es herauszufinden, wie leistungsfähig die öffentliche Ladeinfrastruktur bereits heute ist. Ergebnis: Es gibt große Unterschiede zwischen Regionen und zwischen den Betreibern der Ladepunkte.
Nach der im Dezember 2018 und Anfang Januar 2019 stattgefundenen Datenerhebung, ging es für die Studierenden im März zur ersten Ergebnispräsentation beim Dualen Partner EnBW. Im Rahmen des Forschungskolloquiums des Zentrums für Empirische Forschung (ZEF) wurden die Ergebnisse nun ein zweites Mal präsentiert.

Dabei haben die Studierenden 450 Ladepunkte auf ihre Verlässlichkeit, Bezahlmöglichkeiten und umliegende Serviceangebote geprüft. Getestet wurde in vier deutschen Bundesländern sowie auf Auslandsfahrten nach Amsterdam, Paris, Venedig und zum österreichischen Reschenpass. Darüber hinaus suchten die „E-Hunter“ nach zukünftigen attraktiven Standorten für Ladesäulen im Einzelhandel und in handelsnahen Dienstleistungen. Im Fokus standen dabei zwölf Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Studie offenbarte einen massiven Nachbesserungsbedarf in den Bereichen Bezahlmöglichkeiten und Kostentransparenz. So war bei nur 10% von 293 Ladesäulen die Bezahlung per Kreditkarte möglich, was das Reisen mit E-Pkws durch Europa maximal erschwert. Darüber hinaus waren an nur 16% der Ladesäulen die anfallenden Kosten vollständig nachvollziehbar. Auch zwischen Bundesländern zeigten sich signifikante Unterschiede. So schnitt z.B. Rheinland-Pfalz besonders schlecht bei der Anfahrtsbeschilderung zur Lademöglichkeit ab. Baden-Württemberg erzielte Bestnoten bei der Verfügbarkeit, Bayern bei der Barrierefreiheit der Ladeinfrastruktur.

Die Studienleiter Prof. Dr. Marc Kuhn, Prof Dr. Andreas Kaapke und Prof. Dr. Harald Mandel: „Die öffentliche Ladeinfrastruktur muss deutlich attraktiver und kundenfreundlicher gestaltet werden. Einzelne Betreiber und Regionen gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran!“