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Studienergebnisse zur New Mobility präsentiert

Beim 10. Forschungskollegium wurden die Studienergebnisse zur New Mobility präsentiert.

Am 25. Juni 2020 fand das 10. Forschungskolloquium „New Mobility: Ein Weg – viele Möglichkeiten“ des Zentrums für Empirische Forschung der DHBW Stuttgart statt. In der Onlineveranstaltung präsentierten angehende Bachelorabsolvent*innen der Studiengänge BWL-Industrie/ISM und Maschinenbau vor einem Publikum mit rund 80 Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die zentralen Studienergebnisse und gaben Optimierungsvorschläge.

Das interdisziplinäre studentische Forschungsteam, unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Kuhn und Prof. Dr. Harald Mandel, skizzierte zunächst das Forschungsdesign: Im Erhebungszeitraum der Studie von Dezember 2019 bis Januar 2020 wurden in 14 deutschen Städten die Mobilitätskonzepte Share Now, Stadtmobil, Uber, Call a Bike, Lime, Stella, Flixbus und BlaBlaCar durch Studierende getestet, und es wurden eine Befragung von Passant*innen sowie eine Onlineumfrage durchgeführt.

Dann präsentierten sie die Ergebnisse. Hierzu zählen unter anderem:

  • Über 40 Prozent der Befragten kennen die „neuen Mobilitätskonzepte“ überhaupt nicht.
  • Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil der tatsächlichen Nutzer*innen an den jeweiligen Mobilitätskonzepten.
  • Nachholbedarf sehen viele Nutzende bei der „Usability“ der Mobilitätsangebote (betrifft z. B. technische Voraussetzungen der Nutzung oder Bedienfreundlichkeit), am besten schneidet Stadtmobil diesbezüglich ab.
  • Usability ist ein wichtiger Faktor, da die Daten zeigen, dass je besser die Usability eingeschätzt wird, desto höher auch die zukünftige Nutzungsabsicht der Angebote ausfällt.
  • Sowohl das Umweltbewusstsein als auch die moralische Verpflichtung sind bei der Stichprobe stark ausgeprägt.
  • Zentrales Ergebnis: sämtliche untersuchte Themen (z. B. Nutzungsabsicht, konkreter Nutzen, Usability) werden von Proband*innen, die die Mobilitätsangebote bereits nutzen, stets besser bewertet als von bisherigen Nicht-Nutzenden.
  • Die Untersuchung der technischen Perspektive von E-Scootern und Bike-Sharing-Anbietern ergab einige sicherheitsrelevante Differenzen (z. B. bzgl. Bremsleistung).

Zu allen Erkenntnissen lieferten die Studierenden Handlungsempfehlungen. Die Gäste, darunter u. a. MdB Matthias Gastel (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Vertreter*innen der getesteten Mobilitätskonzepte, zeigten sich von Format und Güte der Veranstaltung und Studie begeistert.

Studienergebnisse und Handlungsempfehlungen können per E-Mail an zef@dhbw-stuttgart.de angefordert werden.

New Mobility: Alternative Verkehrsträger in den Kinderschuhen?

Studierende der DHBW Stuttgart testen Mobilitätsangebote in Großstädten.

Im interdisziplinären Projekt „New Mobility“ testeten Studierende der DHBW Stuttgart aus den Studiengängen BWL mit der Studienrichtung Industrie, Schwerpunkt Industrielles Servicemanagement und Maschinenbau in verschiedenen deutschen Großstädten sowie in Amsterdam und Paris das Mobilitätsangebot von stadtmobil, SHARE NOW, Uber, Flixbus, Call a Bike, Lime, stella und BlaBlaCar. Im Fokus standen die Nutzerfreundlichkeit der Verkehrsmittel, technische Leistungsmerkmale und das Umweltbewusstsein der User.

Ob E-Scooter, Car Sharing oder Fernbusse – noch nie fluteten so viele Mobilitätsangebote wie heute die Städte. Doch wie werden diese unterschiedlichen Mobilitätsträger wahrgenommen? Dieser Frage gingen die Studierenden in einer Feldstudie mit über 2.100 Probandinnen und Probanden nach. Das Ergebnis: Über 40 Prozent der Befragten waren die Mobilitätsträger, zu denen sie befragt wurden, noch unbekannt. Zudem sehen lediglich etwa ein Drittel der Personen zukünftig eine Möglichkeit, die Mobilitätsangebote im eigenen Alltag zu nutzen. Und dann ist es letztlich die auf größere Städte begrenzte Verfügbarkeit, die der Nutzung im Wege steht: So gab ein Drittel der Befragten an, sie hätten überhaupt keine Möglichkeit, die neuen Angebote zu nutzen.

Prof. Dr. Marc Kuhn, Leiter der Studie und Studiengangsleiter BWL-Industrie an der DHBW Stuttgart, verweist auf ein weiteres Ergebnis: „Wir konnten nachweisen, dass die meisten Mobilitätsformen grundsätzlich von den Probanden besser beurteilt wurden, wenn sie diese bereits genutzt haben. Das bedeutet, dass die Dienstleister ihr Kundenpotenzial in Zukunft nur dann voll ausschöpfen können, wenn sie die Skeptiker zum Testen bewegen können.“ Gerade in Bezug auf die Usability sehen aber auch die Nutzer*innen Nachholbedarf, so wurde vor allem der Buchungsvorgang im Fall von Call a Bike, stella und BlaBlaCar als verbesserungsfähig empfunden.

Die Fahrräder der Bike-Sharing-Anbieter wiesen insbesondere Unterschiede im Gesamtzustand der Bauteile auf und waren teilweise auch nicht verkehrssicher. Positiv hervorgestochen ist RegioRadStuttgart (Call a Bike) mit einem guten und sicheren Gesamteindruck der Fahrräder. Prof. Dr. Harald Mandel, Studiengangsleiter Maschinenbau und Leiter des Zentrums für Fahrzeugentwicklung und nachhaltige Mobilität (ZFM) der DHBW Stuttgart, zieht sein Fazit: „In diesem Studienprojekt hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die jeweiligen Mobilitätsanbieter die Nutzer – sprich die Menschen – mehr in den Fokus nehmen. Neben dem Gedanken der nachhaltigen Mobilität sind dem Nutzer auch Aspekte wie Sicherheit sehr wichtig und da gibt es noch viel zu tun“.