„Das Wort „Zukunft“ hat in unserer Gesellschaft den falschen Zungenschlag bekommen“. So eröffnet Bürgermeister Ralph Zimmermann seine Grußworte anlässlich der Bachelorfeier 2019. Es sei falsch, so Zimmermann, der Zukunft mit Befürchtungen und Ängsten entgegenzusehen. Vielmehr sei Zukunft ein Versprechen – ein Versprechen an alle, dass es möglich ist, es in Zukunft besser zu machen und es besser zu haben. Es sei nicht zielführend, angesichts des Klimawandels in Schockstarre zu verfallen. Auch könne in Zukunft nicht einfach auf alles verzichtet werden. Stattdessen gehe es darum, neugierig zu sein und zu bleiben, hinter die Kulissen zu schauen und sich der Tragweite des eigenen Handelns bewusst zu werden. Es gehe nicht darum alles zu können, sondern interessiert zu sein und zu bleiben, sich Vorbilder zu suchen und kreativ mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen. In diesem Sinne verabschiedet Bürgermeister Zimmermann die Absolventinnen und Absolventen aus Horb und ist sicher, dass sie durch ihr Studium auf ein bewusstes, verantwortungsvolles und kreatives Handeln gut vorbereitet sind und die Zukunft positiv mitgestalten werden.

„Dem voraus geht ein spannender und weiter Weg auf diese Bühne“. Mit diesen Worten begrüßt Prof. Joachim Weber, Rektor der DHBW Stuttgart, die Gäste in der Hohenberghalle. Ob nun durch oder trotz des dualen Studienmodells – sicher sei, so Weber, dass das duale Studium besondere Anforderungen mit sich bringe. Es verlange eine frühe Entscheidung, nämlich die klare Entscheidung für ein anspruchsvolles Studienmodell. Es erfordere aber vor allem Überzeugungskraft, um sich auf einen dualen Studienplatz zu bewerben, und das in einem Alter, in dem die meisten Menschen vermutlich nicht dazu in der Lage wären. Rektor Weber ermutigt die Absolventinnen und Absolventen, diese Überzeugungskraft auch weiterhin zu nutzen, um Politik, Wirtschaft und auch das eigene Leben aktiv zu gestalten – wenn nötig auch einmal disruptiv und mit dem Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Und das nicht um des Handelns willen, sondern besonnen, achtsam und vorausschauend und im Sinne der Nachhaltigkeit immer verbunden mit der Frage „wohin und woher“: Wohin führt dieser Weg und woher kommen die Informationen, die dorthin führen.

Mit den besten Wünschen für die Absolventinnen und Absolventen und einem besonderen Dank an den Förderverein des Campus Horb sowie an den TSV Altheim, ohne die diese Feier nicht möglich wäre, verabschiedet sich Weber und übergibt das Wort an Prof. Dr. Hartmuth Diery, Leiter des Campus Horb. Auch Diery thematisiert in seinen Grußworten die besonderen Herausforderungen, vor der die Absolventen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation und vor allem mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung und den möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt stehen. Dabei sei oft nicht einmal ganz klar, was mit Digitalisierung eigentlich wirklich gemeint sei. Auf jeden Fall aber bedeute es Veränderung und diese Veränderung, so Diery, brauche die Ideen und das Engagement der frisch aus dem Studium entlassenen Ingenieurinnen und Ingenieure.

An dieser Stelle bestehe die Herausforderung, den Umgang zwischen jungen und älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gestalten, der von gegenseitigem Respekt getragen ist. Dabei gehe es darum, das was erfolgreich war, zu bewahren und sich gleichzeitig neuen Themen zuzuwenden. Die Kunst dabei sei es, Brücken zu schlagen eine zukunftsweisende Unternehmenskultur aufzubauen. Mit diesen Worten an die Absolventinnen und Absovlenten schließt Dr. Frank Stier, Director of Innovations der Marquardt GmbH, nahtlos an die Ausführungen seiner Vorredner an. Gleichzeitig schließt er damit auch den Reigen der Grußworte, um die Bühne für die traditionelle Absolventenrede freizugeben.

In ihrer studentischen Abschiedsrede blicken Lenard Willmann, Studiengang Maschinenbau, und Marcel Biehrer, Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, auf humorvolle Weise auf die vergangenen drei Jahre zurück, verbunden mit dem einen anderen freundlichen Seitenhieb sowie tieferen Ein- und Seitenblicken auf sich selbst und auf das, was sie mit Professorenschaft und Dozierenden erlebt haben. Mit selbstkritischem Augenzwinkern resümieren sie, dass sie zwar die „Speerspitze“ der deutschen Bildung darstellen und auch durchaus hochmotiviert ins Studium gestartet seien, aber im Laufe der Jahre auch die eine oder andere Strategie entwickelt hätten, um mit geringstmöglichen Aufwand am Ende das bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Was aber bleibt ist die Dankbarkeit gegenüber allen, die sie während des Studiums fachlich und persönlich betreut und unterstützt haben.

Feierlich umrahmt von der Band „Overall“ wurden die Zeugnisse an die Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2016 übergeben. Mit der Verleihung der Buchpreise an die Kursbesten und der Würdigung deren Partnerunternehmen endete die Bachelorfeier 2019 und entließ damit eine neue Generation an Fach- und Führungskräften in den Beruf.