Dr. Walter Schaaf ist Leiter der zentralen Vorentwicklung bei der J. Schmalz GmbH und verantwortet dort mechatronische Technologie- und Vorentwicklungsprojekte für die Vakuum-Handhabungstechnik. Vor diesem Hintergrund referierte er nicht nur theoretisch über das Thema, sondern erläuterte anhand konkreter Beispiele und aus eigener Erfahrung das Modell des Hype-Cycles: Welche Phänomene und Technologien befinden sich aktuell auf dem „Gipfel überzogener Erwartungen“? Welche im „Tal der Enttäuschungen“ oder auf dem „Plateau der Produktivität“? 

Dabei stellte Schaaf klar: „Digitalisierung findet in verschiedenen Bereichen statt. In persönlichen Netzwerken wie Social Media, im Gesundheitswesen, dem sogenannten E-Health sowie in der Industrie.“ Letzteres, so führte Schaaf weiter aus, umfasst Bereiche wie Smart Industry, Smart Production oder Smart Products und wird unter dem Begriff der Industrie 4.0 zusammengefasst. Hierbei geht es um die Autonomisierung und Vernetzung cyber-physischer Systeme, also von Systemen, die Maschinen und Maschinenkomponenten in die Lage versetzen, miteinander zu kommunizieren. Darin liegt auch der Unterschied zur vorausgegangenen Industrie 3.0.

Das veranschaulichte Schaaf am Beispiel von Vakuum-Greifsystemen im digital vernetzten Arbeitsprozess: In sogenannten Kompaktejektoren fallen Daten an, welche die Veränderung von Produkt-Eigenschaften im Langzeitbetrieb aufzeigen können. Diese gesammelten Daten ermöglichen nicht nur eine Zustandserkennung und -kontrolle, sondern auch eine vorbeugende Wartung. Für die Überführung der gesammelten Daten in die virtuelle Welt der „Clouds und Services“ stellte Schaaf die Enabler-Technologien IO-Link, Edge-Computing und NFC vor.

Der Vortrag vermittelte den rund 50 Anwesenden eine fundierte Übersicht zu Begriffen und Definitionen zur Digitalisierung. Das Fazit lautete: Digitalisierung und Industrie 4.0 lassen sich als Übergriffe nicht auf dem Hype-Cycle verorten. Stattdessen müssen sie in einzelne Unteraspekte heruntergebrochen werden. So werden Smart Products und Konnektivitätslösungen nach Ansicht des Referenten beispielsweise bereits wertschöpfend eingesetzt, wohingegen das Thema „Digitale Geschäftsmodelle im Maschinen- und Anlagenbau“ aktuell eher noch ein Hype ist.