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Impulse für Kunststoffbranche – Horber Werkzeugtag 2026

Am 29. Januar 2026 versammelte der Campus Horb beim 22. Horber Werkzeugtag Fachleute aus Industrie, Entwicklung und Forschung. Die etablierte Fachtagung bot Einblicke in aktuelle technologische Entwicklungen im Spritzgießen und Werkzeugbau und schuf Raum für intensiven fachlichen Austausch zu den Herausforderungen der Kunststoffbranche.

Nach der Begrüßung durch Prof.in Antje Katona, Leiterin des Campus Horb, eröffnete Prof. Dr. Oliver Keßling, Institut für Kunststoff- und Entwicklungstechnik (IKET), die Veranstaltung mit einem Überblick über die Ziele des Tages. Robert Winterhalder, Weißer + Grießhaber GmbH, führte anschließend in die Thematik des Spritzgießens und moderner Spritzgießwerkzeuge ein.

Der Vormittag stand im Zeichen praxisnaher Fragestellungen. Stefan Jäger, ARBURG GmbH + Co. KG, berichtete über die erfolgreiche Produktion hochwertiger Kunststoffbauteile am Standort Deutschland. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Digitalisierung der Spritzgießproduktion. In ihrem Vortrag zu Smart Monitoring erläuterten Stephan Berz, Präsident ISTMA Europe und Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e. V. (VDWF), sowie Ralf Dürrwächter, Geschäftsführer VDWF e. V., den Einsatz von Sensorik, Datenkommunikation und Assistenzsystemen zur Optimierung von Fertigungsabläufen.

Unter dem Titel „Transformation wagen – gemeinsam stärker werden“ zeigte Daniel Maurer, STÄUBLI TEC-SYSTEMS GmbH, wie die Branche den Herausforderungen durch Fachkräftemangel und veränderte Rahmenbedingungen begegnet und welche Bedeutung europäische Aktivitäten für den Werkzeug- und Formenbau haben.

Am Nachmittag rückten praxisorientierte Themen in den Mittelpunkt. Rainer Armbruster, FOHOBA Molding Solutions, stellte Ansätze für ein effizientes Werkzeugdesign vor und demonstrierte anhand von Praxisbeispielen, wie sich Produktwechsel verkürzen, Kosten reduzieren und innovative Bauteillösungen umsetzen lassen. Anschließend präsentierte Timo Gebauer, SIGMA Engineering GmbH, aktuelle Entwicklungen der Mehrkomponenten-Werkzeugtechnik. Den Abschluss bildete ein Vortrag zur virtuellen Abmusterung von Spritzgießwerkzeugen, der Simulationen zur Optimierung der Formteilqualität, thermische Betrachtungen und Vorhersagen zur Werkzeuglebensdauer in den Fokus stellte.

Begleitend zur Vortragsreihe bot eine Fachausstellung Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In Gesprächen zwischen Teilnehmenden und Vortragenden wurden Inhalte vertieft, Erfahrungen geteilt und neue Impulse für die eigene Praxis gewonnen.

Der 22. Horber Werkzeugtag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der Dialog zwischen Wissenschaft, Ausbildung und industrieller Anwendung ist, um die Kunststofftechnik zukunftsfähig weiterzuentwickeln.