Themengebiete

Dank des interdisziplinären Charakters der Wirtschaftsinformatik und der Vielzahl von benachbarten Wissenschaftsgebieten, ist das mögliche Themenspektrum sehr groß. Es umfasst viele unterschiedliche Perspektiven aus der Betriebswirtschaft oder der Informationstechnik.

Die Vielfalt spiegelt sich auch in der Bandbreite an Themen wider:

Im Projekt "Kompetenzzentrum Open Source" (KOS) der DHBW Stuttgart werden die Einsatzfelder für Open Source Software in Unternehmen indentifiziert und durch den Einsatz quelloffener Produkte Optimierungen in ausgewählten Geschäftsbereichen erzielt. Dabei werden allgemeingültige Lösungskonzepte erarbeitet, die von den beteiligten Unternehmen zu firmenspezifischen Lösungen weiterentwickelt  werden können.

Mobile Applikationen:
In diesem Fachgebiet wird schwerpunktmäßig die Gestaltung mobiler Softwareanwendungen thematisiert. Basierend auf der Idee des Participatory Design werden in Rahmen von lehrintegrierten Projekten Proof-of-Concepts für Industriepartner entwickelt. Hinsichtlich der Code-Entwicklung stehen hybride App-Ansätze, basierend auf Open-Source-Technologien, im Vordergrund.

Sozio-Informatik:
Das Fachgebiet der Sozio-Informatik beschäftigt sich mit der Untersuchung der verschiedenartigen Wechselwirkungen zwischen Nutzern und Softwareanwendungen. Dies schließt sowohl die Konstruktionsprozesse solcher Anwendungen als auch deren Nutzungsprozesse ein. Am ZeDiS steht insbesondere die Nutzenoptimierung betrieblicher Informationssysteme im Fokus. 

Besonders Unternehmen des Klein- und Mittelstands (KMU) oder auch bestimmte Branchen werden durch Digitale Transformation, künstliche Intelligenz und verschiedene Themen der Industrie 4.0 vor neue Herausforderungen gestellt. Dies betrifft nicht nur die technischen Spezialisten, sondern auch das IT- und Informationsmanagement der Unternehmen. Klassisches „Technikmanagement“ tritt dabei zunehmend in den Hintergrund, stattdessen wird der Einfluss neuer Technologien auf die Prozess- und Geschäftsmodelle in den Vordergrund gestellt und proaktives Handeln auf Managementebene erwartet.

Innerhalb des ZeDiS beschäftigen wir uns daher mit der Auswahl und Anpassung von modernen Rahmenwerken und Methoden in den Bereichen IT Governance, IT Service Management und Enterprise Architecture (z.B. ITIL, COBIT, TOGAF, etc.).

Ziel ist es, diese mit pragmatischen Ansätzen auf die Bedürfnisse bestimmter Domänen anzupassen und so z.B. KMU, Zivilschutzeinrichtungen, Kreativwirtschaft, etc. auf die Herausforderungen der neuen digitalen Revolution vorzubereiten, denn effiziente IT-Services und Informationsflüsse sowie innovative und flexible Architekturen werden zu immer wichtigeren Erfolgsfaktoren.

Moderne IT bietet Unternehmen vielfältige Potentiale - etwa durch Lösungen für eCommerce oder mobile business, der Einbindung von Partnern in Entwicklungs- und Produktionsprozesse bis hin zur Individualisierung von Produkten und Stärkung der Kundenkommunikation über soziale Medien.

IT-Sicherheit als Querschnittsaufgabe soll dabei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen und Diensten gewährleisten. Sie minimiert Risiken für Unternehmen, indem sie wesentliche Unternehmenswerte wie etwa geistiges Eigentum oder Kundendaten wirksam schützt. Gleichzeitig kann IT-Sicherheit auch "enabler" für innovative Dienstleistungen sein, wie das auf kryptografischen Prinzipien basierende Konzept der Blockchain zeigt.

Digitale Geschäftsmodelle und die zunehmende Vernetzung, etwa in der Smart Factory oder in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten machen Unternehmen aber auch anfälliger für Bedrohungen ihrer Informationssicherheit. Technologien wie Virtualisierung, Cloud Computing oder Big Data haben bereits weite Anwendung auch in kleineren und mittleren Unternehmen gefunden. Damit steigt aber auch zwangsläufig die Abhängigkeit von solchen Infrastukturen. Die Herausforderungen sind damit vielfältig: So müssen einerseits adqäuate technische Schutzmechanismen vorgesehen, andererseits rechtliche Anforderungen wie etwa zum Datenschutz beachtet werden. Gleichzeitig sollte unbedingt schon beim Design sicherer Systemen auf Benutzerfreundlichkeit Wert gelegt werden, da unverständliche oder unbenutzbare Software leicht zu Sicherheitsproblemen führen kann.

Datenbanken sind heute in nahezu allen Anwendungssystemen zu finden. Dabei werden die Anwendungssysteme durch eine Vielzahl an Datenbanksystemen unterstützt, die die Daten jeweils unterschiedlich strukturiert ablegen und auch auf verschiedene Arten verarbeiten. Die entsprechenden Datenbanksysteme und deren Methoden werden von sehr vielen Dozenten gelehrt, die aber untereinander kaum vernetzt sind. Hier möchte das ZeDiS ein Netzwerk schaffen, um Synergieeffekte zwischen den Dozenten zu ermöglichen und neue Impulse zu wecken. Zudem sollen auch die neuesten Datenbankentwicklungen aufgegriffen und im Rahmen der Lehre zusammen mit den Studierenden analysiert und getestet werden. Im Fachgebiet „Datenbanken" beschäftigt sich das ZeDiS also schwerpunktmäßig mit den beiden Themenfeldern:

  • Verbesserung der Lehre im Bereich der Datenbank-Vorlesungen
  • Untersuchung aktueller Datenbankenentwicklungen im Hinblick auf die Praxis-Relevanz

Entscheidungsträger treffen Entscheidungen, aber wie? Sei es die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern für ein ERP-System, der Auswahlprozess für eine zu besetzende Mitarbeiterstelle, die Suche nach einem Standort für das neue Zentrallager, die Planung der Auftragsreihenfolge am Montageband in der Produktionshalle oder die Festlegung der Auslieferungstouren für das Logistikzentrum. Immer gilt es Entscheidungen so zu treffen, dass beim Suchen und Vergleichen verfügbarer Alternativen mehrere Zielsetzungen berücksichtigt und im Konfliktfall gegeneinander abgewogen werden.

Der Bereich des sog. Multi Criteria Decision Making (MCDM) kümmert sich um das „Wie“ bei der Entscheidungsfindung, indem je nach Entscheidungstatbestand passende Methoden und Systeme zur Entscheidungsunterstützung zur Verfügung gestellt werden. MCDM lässt sich im Wesentlichen in die Kategorien der Vektoroptimierung (MODM, oder Multi Objective Decision Making) und der Selektions-, Sortier- und Ordnungsentscheidungen (MADM, oder Multi Attribute Decision Making) trennen. Während erstere Kategorie Methoden und Systeme zum Auffinden "bester" Lösungen für ein definiertes Entscheidungsproblem in den Mittelpunkt stellt, geht es bei letzterer Kategorie darum, eine bereits vorhandene Alternativenmenge im Hinblick auf mehrere Kriterien zu bewerten.

Innerhalb des ZeDiS beschäftigen wir uns mit der Auswahl und Anpassung unterstützender Methoden für spezifische Entscheidungstatbestände aus beiden Bereichen, dem MODM und dem MADM. Neben der Erarbeitung eines geeigneten Modells ist hierbei auch die systemische Umsetzung durch selbstentwickelte oder kommerzielle Software Zielsetzung der Aktivitäten.

Fachgebiet Datenbanken

Im Fachgebiet „Datenbanken“ beschäftigt sich das ZeDiS insbesondere mit zwei Themenfeldern:

Verbesserung der Lehre im Rahmen der Datenbank-Vorlesungen

Die Datenbankvorlesungen im Studiengang Wirtschaftsinformatik erstrecken sich schwerpunktmäßig auf die Themen

  • DB (Datenbank)-Entwurf
  • DB-Programmierung
  • DB-Technik
  • Data Warehouse / Business Intelligence / Datenanalyse
  • Objektrelationale Datenbanken
  • NoSQL-Datenbanken / Big Data 

Hier können und sollen sowohl innerhalb als auch zwischen den genannten Vorlesungen Synergieeffekte erzielt werden. Es soll diesbezüglich vor allem eine Plattform geschaffen werden, über die sich die Dozenten hinsichtlich

  • der Vorlesungsmaterialen
  • der verwendeten Literatur (inkl. Online-Kurse)
  • und der eingesetzten Datenbanksysteme (z.B. MySQL, Oracle, DB2, PostgreSQL)

austauschen und abstimmen können. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Inhalte der oben genannten Vorlesungen einerseits zu homogenisieren, andererseits aber auch reichhaltiger zu gestalten (durch die Integration von Ideen anderer Dozenten). Nicht zuletzt können so auch die Schnittstellen zwischen den Datenbank-Vorlesungen optimal harmonisiert werden.

Untersuchung aktueller Datenbankentwicklungen im Hinblick auf die Praxis-Relevanz

Im Rahmen von studentischen Projekten (innerhalb der Vorlesungen „Projekt“ und „Integrationsseminar“) und im Rahmen von Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten werden aktuelle Datenbankentwicklungen aufgegriffen und diese anhand praktischer Beispiele auf deren Praxistauglichkeit getestet. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den Dualen Partnern, die zu einem großen Teil die praktischen Anwendungsfälle für die Untersuchungen liefern.  

Die zu untersuchenden Themen werden regelmäßig aktualisiert und bilden im Augenblick das folgende Spektrum:

  • Datenbankdienste aus der Cloud (z.B. bei AWD oder Bluemix)
  • NoSQL-Datenbanksysteme (z.B. MongoDB, DynamoDB oder Cassandra)
  • NewSQL
  • Big Data / Data Analytics
  • In-Memory-Datenbanksysteme (z. B. SAP HANA)  

In den studentischen Projekten bekommen die Studierenden die Gelegenheit, erste Erfahrungen mit angewandter Forschung im Allgemeinen und mit neuartigen Datenbankanwendungen im Speziellen zu sammeln. Dies erfolgt oft in einer Art Laborumgebung, in der verschiedene Tests durchgespielt werden. Es gibt aber auch Untersuchungen, in denen Marktanalysen und/oder auch Literaturrecherchen durchzuführen sind.