„Woman Centered Care” im Fokus des Hebammensymposiums
Fünf Vorträge beschäftigten sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit frauzentrierter Betreuung sowie Selbstbestimmung der Schwangeren unter der Geburt. Auch zwei Alumnae der DHBW Stuttgart präsentierten ihre Forschungsergebnisse. Prof.in Dr. Sonja Wangler, Studiengangsleiterin für Angewandte Hebammenwissenschaft an der DHBW Stuttgart, sowie Petra Reiber, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Angewandte Hebammenwissenschaft – berufsintegrierend, führten durch den abwechslungsreichen Nachmittag.
Weniger Frühgeburten durch kontinuierliche Unterstützung
Den Auftakt machte Jane Sandall, emeritierte Professorin am King’s College London. Sie referierte über die enormen Vorteile für Schwangere, die eine frauzentrierter Betreuung mit sich bringt. Anhand beeindruckender Zahlen konnte Sandall belegen, dass kontinuierliche Unterstützung durch Hebammen während der gesamten Zeit u. a. zu weniger Komplikationen und in der Folge zu weniger Kaiserschnitt- und Frühgeburten führen.
Selbstbestimmung im Spannungsfeld
Nadia Wiedemann, Hebamme und ehemalige Studentin der DHBW Stuttgart, und Dr. Marie Tallarek von der BTU Cottbus-Senftenberg, untersuchten in ihren Vorträgen durchaus kontrovers das Thema „Selbstbestimmung der Gebärenden“. Während Wiedemann ihren Fokus auf die Schwangere legte, untersuchte Tallarek in ihrer Studie die Perspektive der Hebammen. Tallarek „erfand“ dafür den neuen Begriff der „verantwortlichten Selbstbestimmung“, der dem Spannungsfeld zwischen der Selbstbestimmung der Frau und der Verantwortung der Hebamme Rechnung trägt.
Prof. Mirjam Peters ergänzte das Thema des Symposiums in ihrem Vortrag über Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche im ersten Trimenon um weitere Aspekte: Sie betonte, wie wichtig eine nicht-wertende Kommunikation und eine emotionale Begleitung sind.
Hebammenmangel?
„Es ist schwer, eine freiberufliche Hebamme zu finden.“ Stimmt die Aussage? Gibt es zu wenige Hebammen in Karlsruhe? Dies wollte Barbara Wagner, Hebamme aus Karlsruhe und Alumna der DHBW Stuttgart, in ihrer Bachelorarbeit herausfinden. Sie näherte sich dem Thema der frauenzentrierten Frauenversorgung über eine aufwendige Analyse der Zahlen, die ihr die gesetzlichen Krankenkassen anonymisiert zur Verfügung stellten. Ihr Fazit: Die Ergebnisse geben keine einfachen Antworten, sondern sind Ausgangspunkt für weitere Forschung.
Starke Forschungsexpertise
Kurze Impulse zu den Posterpräsentationen sowie engagierte Fragen an die Vortragenden rundeten das Programm ab.
Das Symposium Hebammenwissenschaft fand bereits zum 4. Mal statt: Es zeigt eindrucksvoll die starke Forschungsexpertise sowie das hohe wissenschaftliche Niveau der Abschlussarbeiten an der DHBW Stuttgart.
Zu den Studiengängen an der DHBW Stuttgart: