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Podiumsdiskussion: Wie gelingt wirksamer Schutz vor Gewalt?

Wie können Frauen* besser vor Gewalt geschützt werden – und wo liegen die größten Herausforderungen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion an der DHBW Stuttgart. Das Gleichstellungsteam der DHBW Stuttgart lud im Rahmen der weltweiten Kampagne ‚Orange the World‘ zur Veranstaltung ein.

Dr. Natalie Hartmann, Professorin für Soziale Arbeit an der DHBW Stuttgart, moderierte die Diskussion und lenkte das Gespräch zunächst auf die Frage nach den positiven Entwicklungen der letzten Jahre. Einigkeit herrschte darüber, dass sich die juristischen Rahmenbedingungen mit dem Inkrafttreten der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (2018) sowie dem Gewalthilfegesetz (Februar 2025) gebessert haben.   

Doch die Diskussionsrunde – bestehend aus Barbara Traub (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stuttgart), den Fachanwältinnen Simone Waller-Krappen und Sandra Fasolt, Professorin Dr. Anja Teubert (DHBW Stuttgart), Melanie Moll (Verein Frauen helfen Frauen e.V.) und Professorin Heike Kauschinger (Görls e.V. in Reutlingen) – machte auch gravierende Probleme deutlich:

  • Finanzielle Engpässe in den Kommunen erschweren die Umsetzung von Schutzmaßnahmen.
  • Kinder im Fokus: Der Gewaltschutz greift bei Sorge- und Umgangsrecht oft nicht ausreichend. Betroffene Frauen werden re-traumatisiert, wenn sie bei Umgangskontakten auf den Täter treffen.
  • Kritik am Sorge- und Umgangsrecht: Hier besteht dringender Reformbedarf, um die Sicherheit von Frauen und Kindern zu gewährleisten.

Was jetzt zählt: Vernetzung und Vehemenz  

Einigkeit herrschte darüber, dass die bisherigen Errungenschaften verteidigt und ausgebaut werden müssen. „Stete Vehemenz“ sei entscheidend, so Sandra Fasolt – das Thema müsse immer wieder auf die Agenda.
Was in Zukunft zusätzlich benötigt wird, fasste Hartmann unter anderem mit den Schlagworten zusammen:

  • Vernetzung aller Akteur*innen
  • Konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention
  • Empowerment von Frauen
  • Wissen und Mut für Veränderungen

Appell zum Schluss

„Wir müssen dranbleiben!“ – mit diesem klaren Statement endete ein Abend voller Impulse für den Kampf gegen Gewalt.

Frauen* – gemeint sind alle, die sich als weiblich identifizieren