BERUFSAUSSICHTEN
Neue Studie der Universität Tübingen: Die leistungsfähigsten Abiturienten studieren an der DHBW
Eine Studie der Universität Tübingen hat die Unterschiede zwischen Studierenden an Universitäten, Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg untersucht. Das Ergebnis: Im Durchschnitt studieren an der DHBW die Abiturienten mit dem besten Notendurchschnitt und den besten Mathematikkenntnissen.
Die Chancen, im Anschluss an das duale Studium ein attraktives Stellenangebot zu erhalten waren schon 1995 gut: „Wer sich für eine Berufsakademie entscheidet, geht kein Arbeitsmarktrisiko ein“, stellte Dr. Jürgen Zabeck fest. Der Erziehungswissenschaftler kam 1995 bei einer groß angelegten Studie zum Ergebnis, dass mehr als 80 Prozent der BA-Ingenieure und Betriebswirte unmittelbar nach dem Abschluss in eine reguläre Berufstätigkeit starten. Daran hat sich bis heute nichts geändert …
DAS SAGEN WISSENSCHAFTLER
Der inzwischen emeritierte Mannheimer Professor Dr. Jürgen Zabeck fasste in seiner Studie „Anspruch und Wirklichkeit der Berufsakademie Baden-Württemberg“ die Einschätzung der Betriebe folgendermaßen zusammen (Zitat): „Die herausragende Eigenschaft des BA-Ingenieurs ist aus Sicht der Ausbildungsbetriebe ... seine sehr gute Kenntnis der beruflichen Praxis. Er gilt als hochmotiviert und engagiert, auch kann er das erworbene Wissen gut in praktische Anwendungen umsetzen.“ Darüber hinaus verfügt er über Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Selbständigkeit und Flexibilität. Das Kompetenzprofil der Betriebswirte und Sozialpädagogen schätzen Vertreter der Unternehmen und sozialen Einrichtungen ähnlich positiv ein.
Nicht nur der Ein-, auch der berufliche Aufstieg verläuft in aller Regel ohne Probleme: Drei Viertel der von Zabeck befragten Absolventen waren nach 10 Jahren zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer beruflichen Situation und bezeichneten die erreichte Funktion als anspruchsvoll und Studium und Ausbildung angemessen.
IBM KARRIERESTUDIE
Zu äußerst ermutigenden Ergebnissen kam eine betriebsinterne Studie der IBM, wo inzwischen fast 1.000 Absolventinnen und Absolventen von Berufsakademien beschäftigt sind: In der Gruppe der 30- bis 44-jährigen Mitarbeiter übernahmen BA-Absolventen früher als ihre Kollegen Führungsverantwortung. Bei den jungen Topmanagern hat fast die Hälfte einen BA-Abschluss, sie stellen aber nur 20% der Mitarbeiter in der Vergleichsgruppe. Dementsprechend beziehen sie auch die höchsten Gehälter. Als Gründe hierfür sieht Prof. Matthias Landmesser einen Vorsprung der Absolventen in den sog. methodischen und „weichen“ Qualifikationen wie ihrer berufsnahen Problemlösungsfähigkeit, der im Praxiseinsatz erprobten sozialen Kompetenz und der gezielt geförderten Veränderungskompetenz.
Eine weitere Vergleichsstudie aus den Jahren 2003/2004 zeigt, dass stark praxisorientierte Ausbildungsgänge überdurchschnittliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Hier die wichtigsten Ergebnisse der IBM Karrierestudie:
- Geschlechterverteilung: Unter den Mitarbeitern mit BA-Abschluss ist der Frauenanteil doppelt so hoch wie unter den Vergleichsgruppen.
- Führungsverantwortung: Rund drei Viertel der Absolventen mit BA-Abschluss, die heute in Führungspositionen sind, wurden vor ihrem 35. Lebensjahr und damit früher zu Führungskräften ernannt als die Vergleichsgruppen.
- Gehälter: In der Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen lagen die Gehälter der BA-Absolventen am höchsten, gefolgt von den Uni-Absolventen.
DIE MEINUNG MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN
Aber nicht nur international tätige Großunternehmen wissen die Handlungskompetenz der Absolventen zu schätzen: Wie eine 2002 veröffentlichte Studie des Marketing-Clubs Heilbronn-Franken zum Thema Ausbildung und Qualifikation zeigt, weiß auch der Mittelstand, was praxisnah ausgebildeter Nachwuchs wert ist. Die befragten Unternehmen schätzen das fachwissenschaftliche Grundlagenwissen und die speziellen Kenntnisse der Berufsakademie-Absolventen gegenüber den Abgängern anderer Hochschultypen als gleichwertig ein. Bei der Frage nach der Anwendungsorientierung und der Kürze der Einarbeitungszeit haben BA-Bewerber aber die Nase vorn. Hinsichtlich der Soft Skills wie selbständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, Umgangsformen, Kommunikationsfähigkeit, bei den Präsentationstechniken und der Sprachgewandtheit werden Absolventen der Berufsakademie leichte Vorteile zugeschrieben.





