Mittler zwischen zwei Welten
Der BA-Absolvent Klaus Kaupp
„Auf jeden Fall der Praxisbezug“, antwortet Klaus Kaupp (33) auf die Frage, warum er sich damals für ein „BA-Studium“ entschieden hat. Obwohl er ursprünglich mit dem Gedanken spielte, an einer Kunstakademie Industriedesign zu studieren, entschied er sich 1997 schließlich für das Fach Maschinenbau an der Horber Außenstelle der Berufsakademie Stuttgart und wählte den Schwerpunkt „Konstruktion und Entwicklung“. Im Jahr 2000 erhielt er dort sein Diplom.
Schon vor Beginn seines Studiums hatte er von einem Weiterbildungsprogramm speziell für Absolventen technischer Studiengänge gehört, das einen Fokus auf innovatives Industriedesign legt. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart können Ingenieure jeglicher Couleur im Studiengang „Integral Studies“ den Titel „Master of Design“ erwerben. Hierin sah Kaupp die ideale Möglichkeit, sein technisches Know-how, aber auch seine kreativen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sozusagen als Mittler zwischen zwei Welten zu agieren.
Derselben Meinung war auch seine Ausbildungsfirma und späterer Arbeitgeber „fischer“ im Waldachtal. Das Unternehmen stellte ihn von 2002 bis 2004 frei, und er erhielt zudem ein Stipendium, um sich dem Master-Studiengang widmen zu können. „Während meiner ‚Integral Studies’-Zeit habe ich sehr vom Maschinenbaustudium an der BA profitiert. Es lieferte mir ein gutes technisches Grundwissen als unerlässliche Basis. Zudem war die Praxiserfahrung des BA-Studiums sehr wertvoll, weil ich dadurch gelernt hatte, Projekte eigenständig zu planen und umzusetzen.“
Nach seiner Tätigkeit in der Entwicklungsabteilung von „fischer automotive systems“, wo er schon seine Diplomarbeit geschrieben hatte, wechselte er Ende 2005 innerhalb des Unternehmens in den Geschäftsbereich „Befestigungssysteme“. Auch hier waren innovative Ansätze gefragt, aber Kaupp betont: „Es hilft bei der Entwicklung etwas ‚verrückterer’ Ideen, wenn man den Bogen zur Realität spannen kann. Mit entsprechendem technischen Wissen hat man auch die passenden Argumente zur Hand.“
Auch die Internationalität des Masterstudiengangs mit Englisch als Unterrichtssprache und ausländischen Kommilitonen begeisterte Kaupp. Schon während seines BA-Studiums hatte er ein Praxissemester bei „fischer“ in China verbracht und dort erste interkulturelle Erfahrungen gesammelt. In einem Team mit überwiegend chinesischen Kollegen wirkte er dort bei der ISO 9000-Zertifizierung mit. Außerdem war er an der Planung einer Montagelinie für den Geschäftsbereich automotive systems beteiligt. Diese war für die Montage von Getränkehaltern für Audi-Modelle bestimmt, die in China für den chinesischen Markt gefertigt wurden.
Seit April 2008 ist der Designingenieur für die STIHL AG in der Abteilung „Innovation und Vorentwicklung für Motorgeräte“ tätig. Er befasst sich dabei mit der Vorentwicklung von Teilbereichen, wie beispielsweise neuen Funktionen von Geräten, aber auch mit Gesamtkonzepten von Produkten. „Um neue Konzepte zu entwickeln, braucht man einerseits die kreative Kompetenz, andererseits aber auch das technische Basiswissen, um sie umsetzen zu können.“
Schon bei fischer waren die Aufgaben von Klaus Kaupp im konzeptionellen Bereich angesiedelt. Mit dem Schritt in die so genannte Vorentwicklung wurde dieser konzeptionelle Aspekt seiner Tätigkeit nun nochmals verstärkt – und Kaupp hat damit seine ursprünglichen Vorstellungen verwirklichen können: „Ich bin froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.“

