Prof. Paul-Stefan Roß
Die Kernfrage des freiwilligen Engagements ist die Gewinnung der Hauptberuflichen
Das Thema der Konkurrenz zwischen "Hauptamtlichen" und "Ehrenamtlichen" ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner der Diskussion rund ums freiwillige Engagement. Solche viel diskutierten Fragen stehen in der Gefahr, nur noch müde Reaktionen hervorzurufen: "Kennen wir schon!", heißt es dann, oder: "Alles Wesentliche ist schon mehrfach gesagt!". So wird leicht übersehen, wenn unter veränderten Bedingungen ein "altes" Thema "neue" Facetten erhält.
Auf der Grundlage eines dreijährigen Forschungsprojekts zur Implementierung eines Konzepts für systematische Freiwilligenarbeit bei einem großen Träger sozialer Dienstleistungen in Baden-Württemberg, der BruderhausDiakonie Reutlingen, gelangen wir zu der Einschätzung: Insbesondere im sozialen Bereich lohnt es sich, unter den aktuellen Rahmenbedingungen über das Verhältnis von Freiwilligen und Hauptberuflichen neu nachzudenken. Unsere – möglicher Weise zunächst paradox klingende – These lautet: Die Kernfrage des freiwilligen Engagements im Kontext sozialer Einrichtungen ist nicht die Gewinnung von Freiwilligen, sondern die Gewinnung der Hauptberuflichen!
Bericht als PDF
Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2010 vom 28.05.2010
