Kommentierte Literatur
Bekebrede, Geertje (2010): Experiencing Complexity. A gaming approach for understanding infrastructure systems. Enschede: Gildeprint Drukkerijen.
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Planspielpreis 2011 (Sonderpreis, Kategorie Dissertationen/Habilitationen)
Aus der Laudatio: "Her game (...) involves participants in an authentic and motivating activity where they can have a concrete experience and may gain new knowledge by changing perspectives. It is very important to change and exchange points of view, to get some additional understanding of processes. That is the main reason why we use Simulation Games. Her research and thesis is about a gaming approach for understanding infrastructure systems processes, it is about “Experiencing Complexity” as the title of her thesis accurately declares. Her dissertation is especially interesting for policy making, in order to understand the potentials and possibilities of gaming for policy making and designing for real and complex infrastructure systems. Geertjes thesis offers even much more than only two perspectives: a research perspective, a gamer´s perspective, a policy perspective, taking into account various relations between complex adaptive systems, the design of infrastructures and the field of Gaming Simulation. If you want to experience some additional sudden insights and “aha-effects” through change of perspectives - like in the game we played before - you must read her book!" (Kriz, Willy (Mitglied der Jury), 20.09.2011)
Zusammenfassung der Arbeit
Biethahn, Jörg; Schmidt, Bernd (1987): Simulation als Entscheidungshilfe. Methoden, Werkzeuge, Anwendungen. Berlin: Springer (Fachberichte Simulation, 6).
In diesem Sammelband wird die Verwendung von Simulationen als Grundlage für betriebswirtschaftliche Anwendungen diskutiert. Im Speziellen geht es hier um die Verwendung von Simulationen als Instrumente zur betriebswirtschaftlichen Entscheidungsfindung. Nach grundlegenden Überlegungen folgen Beiträge zu spezifischen Beispielen und Erfahrungen, beispielsweise des Einsatzes in der Lehre in Form von Planspielen, im Produktions- und Lagerbereich und in der Risikoanalyse. In diesem Werk fällt auch, dass eine unterschiedliche Verwendung ähnlicher Grundmodelle (Simulationen) diskutiert wird und somit ein recht breiter Horizont integriert wird. Leider sind die Beispiele mittlerweile veraltet, sie geben aber immer noch einen guten Einblick in Verwendungsmöglichkeiten. (Hz, 30.07.2009)
Blötz, Ulrich (Hg.) (2008): Planspiele in der beruflichen Bildung. Auswahl, Konzepte, Lernarrangements, Erfahrungen - Aktueller Planspielkatalog 2008. Multimedia-Publikation mit CD-ROM. 4., überarbeitete Auflage. Bonn (Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung).
Dieses Buch schafft einen guten und knappen Überblick über Planspieldidaktik, verschiedene Formen von Planspielen, die Entwicklung und deren Qualitätssicherung. Zudem werden auch Foren und Austauschmöglichkeiten zum Thema aufgezeigt. Hierbei handelt sich um ein Standardwerk der deutschen Planspielliteratur und ist ein Muss für jeden, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Besonders erwähnenswert erscheint die regelmäßige Aktualisierung in Form einer Neuauflage und die Ergänzung bzw. Weiterführung der im Buch diskutierten Themen durch Artikel auf der beiliegenden CD-ROM. Schade ist allerdings, dass der Planspielkatalog zwar über die Eigeninitiative der Entwickler ergänzt wird, schon katalogisierte Planspiele aber ohne Aktualisierung und Überprüfung übernommen werden. (Hz, 26.02.2009)
Capaul, Roman; Ulrich, Markus (2003): Planspiele. Simulationsspiele für Unterricht und Training ; mit Kurztheorie: Simulations- und Planspielmethodik. Altstätten: Tobler.
Dieses Buch gliedert sich in drei Teile. Zunächst wird eine kurze Einführung in die theoretischen Grundlagen der Planspielmethode gegeben. Im zweiten Teil werden 13 kurze und einfache Planspiel zu verschiedenen Themen, beispielsweise zu nachhaltige Entwicklung oder Teamentwicklung beschrieben und Tipps für deren Einsatz gegeben. Alle notwendigen Unterlagen für die eigene (nicht kommerzielle) Durchführung werden zur Verfügung gestellt. Im dritten Teil werden weitere Informationsquellen zum Thema aufbereitet. Die Autoren dieses dünnen Buches schaffen es, trotz einem Fokus für die praktisch Durchführung von Planspielen in knapp 30 Seiten einen umfassenden, verständlichen und nicht zu vereinfachten Überblick über den theoretischen Hintergrund der Planspielmethode zu geben. Ein Einsatz der aufgearbeiteten Planspiele anhand der Beschreibungen ist möglich. (Hz, 23.05.2010)
Dörner, Dietrich (2008): Die Logik des Misslingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. 7. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (rororo Science, 61578).
Dörner beschreibt in diesem Werk typische Handlungsweisen in Komplexität, welche zu einer Falscheinschätzung der jeweiligen Situation führen. Gewonnen wurden diese im Rahmen seiner Forschungstätigkeit mit mehreren planspielähnlichen Forschungsinstrumenten. Er gliedert diese Vorgehensweisen nach verschiedenen Themen des komplexen Problemlösens, beispielsweise dem Umgang mit Zielen oder dem Planen und gibt in diesem Buch einen guten Überblick über die "Irrwege des menschlichen Handelns". Fazit: Es gibt gute Gründe, weshalb dieses Buch zum Bestseller wurde. (Hz, 29.07.2009)
Dörner, Dietrich; Kreuzig, Heinz; Reither, Franz; Stäudel, Thea (1983): Lohhausen. Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Komplexität. Ein Forschungsbericht. Bern, Stuttgart, Wien: Huber.
Lohhausen ist ein Untersuchungsinstrument mit Planspielcharakter. Mit ihm wurden im Rahmen eines großen psychologischen Experiments "Bedingungen und Formen des Handelns in Unbestimmtheit und Komplexität" (ebd. S. 13) erforscht. Das Buch ist der Bericht über dieses Projekt. Es gibt einen guten Einblick in die Forschungstätigkeiten, im Speziellen über die Forschung mit dieser bis dahin in Deutschland weitgehend ungenutzten Methode. (Hz, 29.07.2009)

