Fotodokumentation „Gesichter der Sozialen Arbeit“
Am 02.02.2012 wurde die zweite Staffel der Fotodokumentation „Gesichter der Sozialen Arbeit“ als Dauerausstellung im Rahmen einer Vernissage eröffnet. Wieder wurden Menschen portraitiert, die für die Entwicklung der Sozialen Arbeit in Theorie und Praxis bedeutsam waren.
Die Ausstellungsreihe „Gesichter der Sozialen Arbeit“ gab bereits 2010 ihr Debut. Im ersten Teil wurden 22 Portraits präsentiert, die als „Klassiker“ in die Geschichte der Sozialen Arbeit eingingen. Die zweite Staffel ergänzt nun diese Vertiefung und erweitert die Perspektive. Die nun vorgestellten Persönlichkeiten lebten zu Ende des 19. Jahrhunderts oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Ideen trugen wesentlich zur Professionalisierung und Institutionalisierung Sozialer Arbeit bei.
Am Ende des 19. Jahrhunderts - an der Schwelle zum 20. Jahrhundert feierte die Aufklärung ihr 200-jähriges Bestehen und die sozialen Errungenschaften in Deutschland formierten sich. Sozialpädagogik meinte zu der Zeit das Programm der Aufklärung fortzuführen, nämlich durch Erziehung und Bildung die Gesellschaft zu erneuern. Neben die soziale Frage der Armutsbekämpfung trat die Frage nach einer neuen Staatsform. Wie sollte die Gesellschaft den Schritt von der Monarchie zur Demokratie schaffen? Wie könnten die Folgen der frühen Industrialisierung, hohe Arbeitslosigkeit, Landflucht, Geburtenrückgang, Kindersterblichkeit und Waisenkinder abgemildert werden? Politisch bot die Arbeiterbewegung Zündstoff.
Der Aufbruch in die zweite Moderne musste erkämpft werden. Nicht mehr so blutig und unerbittlich wie zu Beginn der Aufklärung. Soziale Arbeit ist das Produkt der epochalen gesellschaftlichen Veränderung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Fortschritt, Entwicklung, Humanität und Rechtsstaatlichkeit bekommen hier ihre öffentliche gesellschaftliche Kontur.
Die Ausstellung will die kulturellen und sozialwissenschaftlichen Strömungen sichtbar machen, die für die Entwicklung der Sozialen Arbeit in Deutschland und das moderne Demokratieverständnis bedeutsam geworden sind.

